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Stadtgeschichte

Kempten gilt als älteste Stadt Deutschlands. Auch anderenorts hat man diese Aussage schon getätigt – Kempten hat allerdings das schriftliche Zeugnis dafür: Bereits der griechische Geograph und Historiker Strabon (ca. 63 v. Chr. bis 23 n. Chr.) benennt eine keltische „Polis“ (also eine Stadt) Kambodounon. Strabon erwähnt die Stadt in der „Geographika“ (eine Art kulturgeschichtlicher Reisebeschreibung) als damals bereits bekannte Stadt. Diese Aussage legt für Kempten eine Gründung in der Zeit noch vor 15 vor Christus nahe, denn auch die Römer fanden bereits eine städtische Siedlung vor. Weil der Lindenberg überbaut wurde und deswegen weitere archäologische Grabungen unmöglich wurden, könnte es durchaus sein, dass sich unter den dortigen Häusern noch ältere Siedlungsreste befinden.   

Später war Kempten jahrhundertelang eine rivalisierende Doppelstadt: Die Freie Reichsstadt und die von einem Fürstabt regierte Stiftsstadt lebten in einem Spannungsverhältnis zwischen offener Feindschaft, Koexistenz und bedingter Kooperation.

Durch die Säkularisation verloren beide Gemeinwesen ihre Eigenstaatlichkeit und wurden im frühen 19. Jahrhundert bayerisch. Der Weg zu einem neuen Selbstverständnis städtischer Identität war freilich noch weit.

Bereits im 19. Jahrhundert etablierte sich Kempten als Zentrum der Allgäuer Milchwirtschaft. Diese Position wurde von Oberbürgermeister Dr. Otto Merkt (Amtszeit 1919-1942) weiter gefestigt. Auf seine Initiative wurden u.a. die Allgäuer Butter- und Käsebörse (1921) und das Haus der Milchwirtschaft (1925) gegründet.

Nach dem 2. Weltkrieg wuchs Kempten zu einem regionalen Zentrum mit weit reichender Ausstrahlungskraft.

Oberbürgermeister Dr. Georg Volkhardt (Amtszeit 1948-1952) und Bürgermeister Albert Wehr riefen 1949 die Allgäuer Festwoche ins Leben.

Oberbürgermeister August Fischer (Amtszeit 1952-1970) setzte mit der Gründung der stadteigenen Baugesellschaft Sozialbau langfristige Akzente gegen die Wohnungsnot nach dem Krieg, unterstützte die Integration der Heimatvertriebenen und machte Kempten zum Pilotprojekt des Bundes für die Altstadtsanierung. Im Mittelpunkt der Verkehrspolitik standen der Bau des "Mittleren Ringes" und der neue Hauptbahnhof, der 1969 den Sackbahnhof ersetzte.

Sein Nachfolger Dr. Josef Höß (Amtszeit 1970-1990) konnte die Stadt in die Epoche des größeren Kempten führen, nachdem durch die Gebietsreform 1972 die Fläche der Stadt von 24 auf 63 Quadratkilometer gewachsen war. Mit der 1978 eröffneten Fachhochschule festigte Kempten seinen Ruf als Schulstadt von besonderem Rang.

Dr. Wolfgang Roßmann (Amtszeit 1990-1996) ließ den öffentlichen Personennahverkehr modernisieren. 1995 wurde die zentrale Umsteigestelle (ZUM) in Betrieb genommen.

Sein Nachfolger war Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer (Amtszeit 1996-2014). Mit einem vom Stadtrat 1997 verabschiedeten Innenstadtkonzept wurde Kempten als Einkaufszentrum des Allgäus gestärkt. Als Meilensteine gelten die Neugestaltung der Plätze und die Ansiedlung des Forum Allgäu sowie der bigBOX Allgäu. In die Amtszeit von Netzer fiel auch der konsequente Abbau von Schulden der Stadt Kempten: Sie sind von 74,7 Millionen Euro im Jahr 1996 auf 9,6 Millionen Euro in 2014 gesunken.

2014 wurde Thomas Kiechle zum Oberbürgermeister der Stadt Kempten gewählt. 

 


Archäologischer Park Cabodunum 
Archäologischer Park Cambodunum