Jahr 2016

Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016

17. August 2016. Das Motto des "Tags des offenen Denkmals" am Sonntag, 11. September, lautet „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Mit großer ehrenamtlicher Unterstützung konnte dazu in Kempten wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt werden.

Zumsteinhaus
Zumsteinhaus
Neben interessanten Führungen und Erläuterungen durch Bauwerke aus unterschiedlichsten Epochen, die ansonsten der Bevölkerung meist nicht öffentlich zugänglich sind, will die untere Denkmalschutzbehörde mit einer Ausstellung im Beginenhaus den Fokus auf die Veränderungen im Stadtbild richten. Im Einzelnen gestaltet sich der Tag des offenen Denkmals in Kempten folgendermaßen:

 

 

Zumsteinhaus
Besichtigung des derzeit leeren Hauses von 10 bis 16 Uhr

Führungen zur Hausgeschichte um 10:30, 13:30 und 15 Uhr
Interaktiver Ideenspieltisch für das neue Kempten-Museum

Treffpunkt: Residenzplatz 31

Das Zumsteinhaus, ein ehemaliges bürgerliches Wohn- und Geschäftshaus, erbaut im Jahre 1802 und langjähriger Sitz des Römischen und Naturkundlichen Museums, öffnet am Tag des offenen Denkmals seine Türen. Das Haus wurde 2016 geräumt, denn darin soll Ende 2018 das neue stadtgeschichtliche Museum von Kempten entstehen. Von 10 bis 16 Uhr können sich Interessierte die Räumlichkeiten anschauen und während der Führungen mehr zum Haus und zu seiner weiteren Verwendung erfahren.  Bei der Führung um 13.30 Uhr erläutert Therese Waldmann, die stellvertretende Leiterin des städtischen Hochbauamtes, die notwendigen Umbaumaßnahmen.

Die Besucherinnen und Besucher können aber nicht nur durch die Räumlichkeiten streifen, auch ihre Meinung ist gefragt. Am Ideenspieltisch für das neue Kempten-Museum können sie ihre Ideen und Wünsche zum künftigen Museum abgeben, und in der Geschichtswerkstatt sammelt Carolin Keim, die Projektleiterin für die Stadtexpedition, die interessantesten Kempten-Geschichten aus dem 20. Jahrhundert.

Museumsleiterin Dr. Christine Müller Horn lädt alle Gesprächswilligen in das neue „Wohnzimmer“ der Stadt ein und freut sich bei einer Tasse Kaffee auf interessante Diskussionen.

Beginenhaus
Ausstellung zum Thema „Bilder der Vergangenheit von Roger Mayrock“

Filmvorführung „Drohnenflug über das Haus“ von 10 bis 16 Uhr

In dieser Zeit alle halbe Stunde Führungen durch das Beginenhaus. Start am Torbogen in der Burghaldegasse.

Café im Nonnenturm

Eingang Burghaldegasse

Das Beginenhaus und der Nonnenturm gehören zu den ältesten Gebäuden in der Stadt Kempten. Sie stammen aus dem 14. Jahrhundert und wurden 1585 erweitert und ausgebaut. Aus Mittelalter und Renaissance blieben wertvolle Raumausstattungen und die beiden Dachstühle erhalten.
Der Förderverein Beginenhaus Kempten e.V. zeigt am Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 wieder in Führungen die wertvollen Häuser, präsentiert eine ganz besondere Ausstellung und lädt ein ins Café im Nonnenturm. Informieren Sie sich über das Sanierungs- und Nutzungskonzept des Vereins für das Gebäude-Ensemble direkt vor Ort.

Ausstellung „Zeitreise – Bilder der Vergangenheit“ von Roger Mayrock:
Im Beginenhaus werden großformatige Rekonstruktionszeichnungen und -gemälde des bekannten Kemptener Illustrators Roger Mayrock gezeigt. Die Zeitreise geht quer durch alle Epochen und führt ins alte Kempten, auf Allgäuer Burgen und zu anderen Orten. Wissenschaftlich fundiert geben die Bilder lebendige Einblicke in frühere Lebenswelten.

Es gibt Vorführungen des Drohnenflugs über das Haus und in beide Häuser.

Direktorenvilla Rosenau
Führungen durch das Denkmal von 11 bis 14 Uhr

Treffpunkt: Rosenau 7

Die ehemalige Direktorenvilla der „Mechanischen Baumwoll-Spinn- & Weberei zu Kempten“  wurde 1909 errichtet. Architekt war Philipp Jakob Manz. Der zweigeschossige villenartige Baukörper ist auf einem hohen Kellersockel errichtet und hat ein Mansardenwalmdach in Formen des historisierenden Jugendstils.

Weberei-Shedhalle
Führungen durch das Denkmal von 12 bis 15 Uhr

Treffpunkt: Keselstraße 18, Eingang Südseite

Spinnerei/Weberei Sheddachhalle
Im Jahr 1852 wurden die „Mechanische Baumwoll-Spinn- & Weberei zu Kempten“ gegründet und die ersten Gebäude erstellt. Die Sheddachhalle wurde im Jahr 1897 als Gebäude aus Ziegelsteinsichtmauerwerk errichtet und um 1901 im Norden erweitert.
Die Produktion wurde 1991/92 eingestellt und wesentliche Teile des Gebäudekomplexes 1993 unter Denkmalschutz gestellt.
Die Sheddachhalle galt mit einer Grundfläche von 7.500 Quadratmeter vor dem Abriss des Nordteils als eine der größten erhalten gebliebenen Sheddachhallen in ganz Süddeutschland. Heute hat die Halle mit Schlichterei und Ölturm noch immer eine Grundfläche von ca. 4.900 Quadratmeter.
Im Rahmen eines Architektenwettbewerbes wurde der Entwurf des Büros Hagspiel, Kempten, prämiert, der sehr einfühlsam mit der vorhandenen Substanz umgeht. Dabei wird das bestehende Dachtraggerüst sowie die tragenden Stützen komplett integriert. Die Dachdeckung wird in Teilen entfernt, sodass sich unter der offenen Stahlbinderkonstruktion geschützte Innenbereiche zwischen den Wohnungen bilden.
Auch innerhalb der Wohnungen wird die Konstruktion teilweise sichtbar sein. Die neu auszubauenden Wohnungen werden ausschließlich innerhalb der quartiersprägenden Fassade erstellt. Fehlstellen werden im Rahmen der Sanierung ergänzt. Der Industriecharakter des Gebäudes wird somit praktisch nicht verändert und bleibt dauerhaft sichtbar.
Die Sozialbau plant hier 46 Loft-Wohnungen über zwei bzw. drei Geschosse mit Galerien und Größen von ca. 50 bis 115 Quadratmeter zu errichten. Insgesamt sind 3.300 Quadratmeter Wohnfläche geplant, sowie im Untergeschoss eine Tiefgarage mit 80 Stellplätzen samt Keller- bzw. Technikräumen.
Ende des Jahres 2016 wird mit dem Rückbau von Gebäudeeinbauten begonnen. Die Sanierung der Fassade und die Errichtung der Wohnungen beginnt im Frühjahr 2017. Der Bezug soll im Spätsommer 2018 erfolgen.

Ehemaliges Wohnhaus des Malers Franz Georg Hermann (später katholisches Waisenhaus) mit Besenkapelle
Führungen durch das Haus und Besichtigung der Kapelle um 11 und um 14 Uhr

Treffpunkt: Memminger Straße 57

Führung durch das 1730/40 erbaute Wohnhaus des Malers Franz Georg Hermann mit Erläuterungen zur Baugeschichte, zur historischen barocken Ausstattung des Hauses und wie das denkmalgeschützte Haus in den vergangenen Jahrhunderten bzw. Jahren genutzt worden ist. An die Führung des Hauses schließt sich die Besichtigung der kleinen Besenkapelle, der ehemaligen Hauskapelle, an.

Wer Lust hat, noch ein Stück weiterzufahren:
Glögglerhaus in Altusried
Besichtigung des 300 Jahre alten Bauernhauses, Trachtenverein Koppachtaler / Dorfmuseum von 10 Uhr bis 17 Uhr

Treffpunkt: Poststraße 10, Altusried

Das 300 Jahre alte Glögglerhaus in Altusried gehört wohl zu den ältesten profanen Bauten des Dorfes. Es wird als Glögglerhaus bezeichnet, weil die letzten Bewohner diesen Namen trugen. Da es an seinem einstigen Standort nicht stehen bleiben konnte, wurde es 1990 in die Poststraße 10 versetzt. Unter seinem Dach beherbergt es heute im einstigen Wirtschaftsteil des Bauernhauses  den „ Trachtenverein Koppachtaler„ und im Wohnhaus ein kleines Museum. Am Tag des offenen Denkmals kann es von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Jeweils zur vollen Stunde gibt es Führungen.

Alle Veranstaltungen des Tages des offenen Denkmals deutschlandweit finden Sie im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. Das gedruckte bayernweite Programm ist beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Hofgraben 4, 80539 München, www.blfd.bayern.de erhältlich.

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