Jahr 2016

Historische Chance für Freifläche am Stadtpark - Oberbürgermeister stellt neue Überlegungen vor

30. Januar 2017. Der Gestaltungsbeirat hatte in seiner Sitzung vom 24. November 2016 angeregt, dem Neubau des Sparkassengebäudes auf der Ostseite des Stadtparks ein Pendant zu geben und damit auch über die Einfahrtssituation zur Tiefgarage noch einmal nachzudenken.

Am 13. Januar 2017 hatte eine hochkarätig besetzte Fachjury dann empfohlen, dem Realisierungsteil für den Wettbewerb zur Umgestaltung des Stadtparks einen Ideenteil anzufügen, um auch die benachbarten Freiräume mit zu betrachten.

Die Möglichkeit, dem Bereich gegenüber des Sparkassenneubaus eine räumliche Fassung zu geben und eine städtebauliche Aussage zu treffen, ließ Oberbürgermeister Thomas Kiechle nicht mehr los: „Wenn am Stadtpark an einer Stelle, an die ich gar nicht zu denken gewagt hätte, eine Bebauung von Fachleuten befürwortet wird, dann sehe ich das als eine Chance, die so nicht wiederkommt. Je mehr ich mich damit beschäftigte, um so mehr festigte sich der Gedanke, dieses künftige Gebäude mit einem Neubau der Stadtbibliothek zu verknüpfen. Hier, im Herzen der historischen Stiftsstadt, mit einer öffentlichen Nutzung den Bürgern etwas geben zu können - das vor allem macht für mich den großen Reiz dieses Projekts aus.“

Damit ließe sich, so Thomas Kiechle, endlich auch eine nachhaltige Lösung für die Stadtbibliothek verwirklichen: Seit Jahren platzt die Bücherei aus allen Nähten. Die fehlende Barrierefreiheit macht vielen zu schaffen bzw. einen Besuch unmöglich. Und ebenso seit Jahren wird das Thema von städtischen Gremien begleitet, eine Lösung war aber bis heute nicht in Sicht.

Bei einer Verlegung würden sich im Bereich des Hofgartens für die dann freiwerdende Orangerie – in unmittelbarer Nähe zum Klecks-Gebäude – völlig neue attraktive Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Zwei wichtige Fragen für einen Neubau wurden bereits verwaltungsintern grundsätzlich vorgeprüft: Die für die Bücherei erforderliche Größe kann auf dem vorgesehenen Areal realisiert werden, und auch die Finanzierung ist, unter Einbeziehung verschiedener Förderprogramme, darstellbar.

Thomas Kiechle: „Die Stadtbibliothek als natürlicher Publikumsmagnet, direkt am Stadtpark, bestens angebunden und erreichbar über die ZUM sowie in der Nähe etlicher Schulen, wäre ein großer Mehrwert und außerordentlicher Gewinn für die nördliche Innenstadt“.

Dies sahen bei einer ersten Befassung auch die Bürgermeister und die Vertreter der Stadtratsfraktionen. Selbstverständlich seien hier noch viele Fragen zu klären. Doch sei dies eine nie wiederkehrende Chance, die wahrgenommen werden sollte.

Für eminent wichtig halte er die architektonische Qualität der Gestaltung. Hier dürfe kein Zweckbau errichtet werden, so Alexander Hold, sondern etwas, auf das man in Kempten stolz sein kann. „Einen Traum in den Raum gestellt“ sieht Andreas Kibler, eine „einmalige Chance“ Siegfried Oberdörfer, eine „bestechende Lösung“ Ullrich Kremser. „Die Idee hat was“ ist der erste Eindruck von Thomas Hartmann. Sibylle Knott nennt den Gedanken „faszinierend“ und ist froh darüber, ohne zeitliche Zwänge über dieses wertvolle Areal frei nachdenken zu können. Dass sich mit einer solchen Lösung auch viele Fragen erledigen, die ein Anbau für die Bücherei an die Orangerie aufgeworfen hätte, z.B. hinsichtlich des Bolzplatzes und eines Eingriffes unter den Hofgarten, wäre ein großer Vorteil, so Josef Mayr.

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