Mobilfunk

Mobilfunk in Kempten (Allgäu) – das "dialogische Verfahren"
Innerhalb des Stadtgebietes ermöglichen zahlreiche Mobilfunk-Antennen die Nutzung von Mobilfunk-Diensten.
Da die Aufstellung von Mobilfunkstandorten bei Anwohnerinnen und Anwohnern zu Ängsten und Verunsicherungen wegen befürchteter gesundheitlicher Auswirkungen führt, hat der Stadtrat in seiner Sitzung vom 13.11.2008 einen grundsätzlich anderen Umgang mit dem Thema Mobilfunk in Kempten beschlossen  (Beschluss als pdf). Ziel dieses Vorgehens ist eine Grenzwert unabhängige Immissionsminimierung für die Bürger der Stadt Kempten mit Sicherstellung einer flächendeckend angemessenen und ausreichenden Versorgung mit Dienstleistungen des Mobilfunks. Diese Vorgehensweise wird auch durch das Urteil 4 C 1.11 des Bundesverwaltungsgerichts vom 30.08.2012 gestützt, wonach es sich zudem bei Besorgnissen zu gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunk unterhalb der Grenzwerte nicht um bloße Immissionsbefürchtungen handelt und die Kommune steuernd eingreifen kann. Mit Unterstützung des Gutachters Hans Ulrich (jetzt funktechanalyse.de) wird in einem so genannten „dialogischen Verhandlungsverfahren“ die Standortoptimierung neuer und bestehender Anlagen erreicht.

Im Zuge der seit Jahren anhaltend starken Zunahme der Mobilfunk-Nutzung werden auch Ausbaumaßnahmen über zusätzliche Funksysteme und Netzverdichtungen mit zusätzlichen Standorten geplant. Hinzu kommt, dass Antennen z.B. wegen Gebäudeabriss wegfallen und hierfür Ersatz gesucht wird.
Bei neuen Anlagen wird, soweit verfügbar, der immissionsgünstigste Standort ausgewählt und darüber gegenüber einer vergleichsweise ungünstigen Lösung eine Reduktion der pro abgestrahlter Sendeleistung auftretenden Feldstärke um ca. 30 % bis 70 % erreicht.

Vorgehen bei neuen Standortwünschen
Bei neuen Standortwünschen der Betreiber (Meldung sog. Suchkreise) werden durch die Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Gutachter Standortalternativen entwickelt und rechnerisch bestätigt, die die vorgegebene funktechnische Versorgung bei geringstmöglicher Strahlenbelastung der Bevölkerung erreichen. Die Stadt stellt hierfür auch geeignete stadteigene oder im Einflussbereich der Stadt stehende Liegenschaften zur Verfügung. Mit dem Betreiber wird anschließend in einem offenen Dialog das Kompromisspotential für eine immissionsminimierte Mobilfunknutzung ausgelotet. Das Ergebnis des Immissionsgutachtens wird in öffentlicher Sitzung dem Planungs- und Bauausschuss zur Beratung vorgestellt und ggf. auch anschließend der Öffentlichkeit im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung erläutert. In Abstimmung mit dem Betreiber und den Eigentümern des aus Sicht des Gutachters zu bevorzugenden Standortes wird dann vom Planungs- und Bauausschuss in öffentlicher Sitzung der entsprechende Standortbeschluss gefasst. Somit wird weitest mögliche Transparenz geschaffen.

Immissionsminimierung durch Verlagerung bestehender Standorte
Wie die aktuelle Immissionskarte zeigt, weisen die Umgebungen der Mobilfunk-Standorte z.T. recht unterschiedliche Strahlenbelastungen auf. Die Stadtverwaltung hat in der Immissionskarte u.a. folgende, vergleichsweise stark belastende bestehende Standorte identifiziert, zu denen entlastende Maßnahmen ergriffen oder in Angriff genommen wurden. Wesentlicher Aspekt ist hierbei die Verlegung der Antennen in größere Höhen, so dass die Hauptstrahlung über die direkt angrenzenden Gebäude hinweg geht. Auch hier werden spezifische Feldstärkereduktionen um ca. 30 % bis 70 % erreicht:
• B03 (Tiefenbacherösch): Erhöhung des Masts (in Planung)
• B09 (Lindauer Str. 114): Standort auf U21a/B35, Johann-Schütz-Str. 2 in größere Höhe verlegt
• B11 (Immenstädter Str. 74): Verlegung auf U63c/B10 (Mastneubau südlich des Allgäu-Gymnasiums) mit größerer Höhe in Bau (1 Netzbetreiber) / diskutiert (der zweite Netzbetreiber)
• B12 (Im Thingers 26-28): Einen Netzbetreiber auf U40/B51, Bachstelzenweg 7 in größere Höhe verlegt, Verlegung des zweiten Netzbetreibers auf U44 in größere Höhe in Diskussion
• B46 (Memminger Str. 43) Verlegung auf U100/B48, Gerhart-Hauptmannstr. 5 in größere Höhe geplant
Durch die höhere Lage der Antennen werden jeweils auch Versorgungsqualität und Reichweite wesentlich verbessert, wodurch z.T. auf den Bau von zusätzlichen Standorten verzichtet werden kann. Details können Sie den dokumentierten Gutachten entnehmen.

Immissionskarte 2016 zeigt aktuelle Veränderungen
Ergänzend zur Optimierung der neuen Mobilfunkstandorte wurde vom Gutachter im November 2009 erstmalig eine stadtweite Immissionskarte (Link zur Karte 2009) des Bestandes einschließlich der Darstellung von Belastungsschwerpunkten erstellt.
Damit die Kemptener Immissionskarte möglichst genau die aktuelle Situation widerspiegelt, muss diese regelmäßig erneuert werden. Im Dezember 2012 wurde die Karte deshalb aktualisiert und im Dezember 2012 im Bauausschuss vorgestellt (Link zur Karte 2012). Vor dem Hintergrund des stadtweiten LTE-Ausbaus, wurde der Termin für die aktuell vorliegende Immissionskarte erst auf 2015 und dann auf 2016 verschoben. Allerdings konnten auch bis 2016 noch nicht alle bereits geplanten Standortveränderungen auch baulich umgesetzt werden. Auch die neue Karte von 2016 (Link zur Karte 2016) zeigt daher nur einen Zwischenstand.
Die neu berechnete Immissionskarte 2016 macht für die Bürger den Stand der Mobilfunkimmissionen im Herbst des Jahres 2016 wieder transparent und nachvollziehbar.

Keine Überschreitung von Grenzwerten gefunden
Im Rahmen der Erstellung der Immissionskarte wurden keine Hinweise auf Strahlenbelastungen durch Mobilfunk gefunden, welche die gesetzlichen Grenzwerte überschreiten. Aus der Karte wird aber ersichtlich, dass sich die Strahlenbelastungen im Umfeld der einzelnen Mobilfunkanlagen stark unterscheiden. Die differenzierten Informationen führen zu einer Versachlichung der Diskussion, eine wichtige Grundlage zu strategischem und lösungsorientiertem Handeln. Bereiche höherer Immission können identifiziert werden, was unter Hinzuziehung technischer Beratung die Möglichkeit eröffnet, im Dialog mit den Betreibern auf gleicher Augenhöhe über Verbesserungen zu verhandeln. Sollen Veränderungen an kritischen Standorten durchgeführt werden, will die Stadt ebenfalls mit den Betreibern über bessere Lösungen verhandeln.
Im Zusammenhang mit dem Ziel einer vom Grenzwert unabhängigen Grenzwertminimierung und dem damit verbundenen vorsorglichen Gesundheitsschutz ist die Aufklärung über einen bewussten Umgang mit dem eigenen Handy, vor allem für jüngere Generationen, ein sehr wichtiger Mosaikstein. Daher verweist die Stadt Kempten auch auf die Internetseite http://www.funktechanalyse.de/vorsorge/ mit Tipps und Ratschlägen zum Thema.

 


Ansprechpartner zu Standortfragen beim Mobilfunk:
Peter Westhoff, Stadtplanungsamt
Tel. 0831 2525-8233
Kronenstraße 8, 3. OG, Zimmer 305
E-Mail: peter.westhoffE-Mail at Zeichenkempten.de

Ansprechpartner zu anderen Fragen beim Thema Mobilfunk:
Claus-Dieter Jaskolka, Leiter Amt für Umwelt- und Naturschutz
Tel. 0831 2525-512
Kronenstraße 8, 2. OG, Zimmer 202
E-Mail: Claus-Dieter.JaskolkaE-Mail at Zeichenkempten.de
  


Immissionskarte 2016 

Immissionskarte 2012 

Erweiterungskonzept Telefonica 2016 

Erweiterungskonzept Telekom 2016  

Suchkreis Thingers-Nord 

LTE-Ausbau Telekom 
LTEAusbau
Geplanter LTE-Ausbau der Telekom

Auszug aus der Sitzung des Planungs- und Bauauschusses vom 09.04.2013

LTE-Ausbau Telekom

Auszüge aus der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses vom 18.03.2014

Sachstandsbericht zum LTE-Ausbau Telekom

LTE-Ausbau Taxisweg - Tieferbacherösch

Suchkreis Tiefenbacherösch:
Auszug aus der Sitzungsvorlage des Planungs- und Bauausschusses vom 02.12.2014
Immissionsgutachten Tiefen-
bacherösch

Suchkreis Taxisweg:
Auszug aus der Sitzungsvorlage des Planungs- und Bauausschusses vom 02.12.2014
Immissionsgutachten Taxisweg

 


Suchkreis Kempten - Südwest-2 (Bereich Haubenschloß) 

Suchkreis Wang 
Standort Wang
Immissionsgutachten und Immissionsgutachten2
Standortbeschluss
Inbetriebnahme: noch nicht erfolgt

Mobilfunkversorgung Allgäuer Festwoche 
Mobilfunkversorung Allgäuer Festwoche
Auszug aus der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am 18.03.2014
Auszug BA Allgäuer Festwoche