Ergebnis

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Kempten - ISEK Kempten - wurden die vielfältigen Einzelkonzepte (z.B. Innenstadtentwicklungskonzept, Einzelhandelskonzept, Wohnungsmarktanalyse, Klimaschutzkonzept) analysiert, gegenseitige Wechselwirkungen und Abhängigkeiten dargestellt und zu einem städtebaulichen Rahmenkonzept zusammengefasst.

Auf der Grundlage einer Bestandserfassung und -analyse wurden folgende allgemeinen städtischen Entwicklungsziele - städtebaulichen Leitlinien - der Stadt Kempten abgeleitet:

  1. Innenentwicklung fördern
  2. Wohnungsangebot erweitern
  3. Stadt energetisch sanieren
  4. Stadtbild pflegen
  5. Nahversorgung qualifizieren
  6. Iller erleben
  7. Grünräume vernetzen
  8. Konversion gestalten
  9. Mobilität optimieren
  10. Daseinsvorsorge sichern

Im Rahmen der ISEK-Erstellung wurden Begriffe definiert und Gebietsabgrenzungen entwickelt, die gezielt auf spezifische Problemstellungen im jeweiligen städtebaulichen Kontext der Stadt eingehen.

Die Strategie zur weiteren Aufwertung der Stadt sieht vor, das Stadtgebiet in zwei Teilräume zu gliedern:

  • den Erhaltungsraum, der den Charakter Kemptens ausmacht und aus diesem Grund in seiner Struktur erhalten bleiben soll und
  • den Umstrukturierungsraum, der in den kommenden Jahren grundlegend verändert werden kann.

Ein wesentliches Ziel des ISEK für die Stadt ist es, die bereits vorhandenen Projektansätze für Einzelmaßnahmen in einen städtebaulichen Zusammenhang zu bringen und durch die Gebietsabgrenzungen räumlich zusammenzufassen.

Als Raumkategorie werden im ISEK acht Fokusgebiete definiert. Fokusgebiete sind dabei Stadträume, die aus unterschiedlichen Gründen städtebauliche Defizite aufweisen und deren Entwicklung in besonderem Maße gefördert werden sollten. Das städtebauliche Rahmenkonzept sieht die Fokusgebiete unter Berücksichtigung spezifischer Maßnahmen und Projekte als Schwerpunkträume der Stadterneuerung Kemptens für die nächsten Jahre:

Fokusgebiet I – Erweiterte Doppelstadt

  • Hildegardplatz -Aktivierung des Umfeldes
  • Beginenhaus und Nonnenturm
  • Lorenzstraße/Schleienweiher/Brachgasse
  • Burghalde
  • Nachnutzung der Gaststätte
  • Kronenstraße/An der Stadtmauer/Mehlstraße
  • Bäckerstraße
  • Östliche Gerberstraße/Heinrichgasse
  • Holzplatzareal
  • Nachnutzung der Schule Fürstenstraße 19
  • Planungen für das Großkomplexareal Kronenstraße/Grünbaumgasse/Vogtstraße
  • Westliches Umfeld Künstlerhaus
  • Stadtpark
  • Sanierung König-Ludwig-Brücke
  • Entwicklungskonzept Stadtbibliothek
  • Entwicklungskonzept Museen

Fokusgebiet II - Konversionsgebiet Berliner Platz

  • Konversionsgebiet Berliner Platz

Fokusgebiet III – Konversionsgebiet Lazarett

  • Konversionsgebiet Lazarett

Fokusgebiet IV – Halde

  • Wettbewerb Halde-Nord
  • Bestehendes Wohnquartier Halde 

Fokusgebiet V – Östliche Illerseite

  • Neuordnung der Flächen nördlich des Bayerischen Hofes
  • Neugestaltung der Füssener/Kaufbeurer Straße
  • Vernetzung Innenstadt - Engelhalde

Fokusgebiet VI – Bahnhof/Hochschule

  • Aufwertung des Bahnhofsumfeldes

Fokusgebiet VII – Bühl/Lindenberg

  • Verbesserung der Anbindung des Bühls an das soziale Zentrum auf dem Lindenberg

Fokusgebiet VIII - Bodmanstraßenviertel

  • Neugestaltung der Bodmanstraße

Weitere Maßnahmen und Projekte

  • Illerraum (Iller erleben)
  • Einmündungsbereich Rottach-Iller-Stadtring
  • Nachnutzung des Krankenhausareals am Standort Freudental
  • Nachnutzung des Krankenhausareals an der Memminger Straße
  • Reichlinstraße 
  • Umfeld der Robert-Schuman-Mittelschule in St. Mang
  • Masterplan Römerstadt
  • Energiequartier
  • Gestaltungsfibel
  • Nahversorgung qualifizieren
  • Grünräume vernetzen

Das ISEK sieht folgende Handlungsfelder vor:

  • Vertiefende Untersuchungen der Fokusgebiete: Die Fokusgebiete sind als Entwicklungsbereiche/Untersuchungsgebiete im Rahmen anschließender Vorbereitender Untersuchungen gesondert und gezielt zu betrachten. Im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen ist zu klären, welche Missstände in den jeweiligen Gebieten mit den Möglichkeiten des besonderen Städtebaurechts behoben werden können und für welche (Teil-)bereiche dieses zur Anwendung gelangen soll. Inhaltlich werden Aussagen einzufordern sein, welche Bereiche nur mit Hilfe des besonderen Städtebaurechts aufgewertet werden können.
  • Strategische Maßnahmen: die im ISEK beschriebenen strategischeen Projekte (z.B. Studien zur Grünraumver-
    netzung, ein Entwicklungskonzept für die Museen der Stadt, ein Masterplan für die Römerstadt oder eine Gestaltungsfibel) dienen als Grundlage für weitere konzeptionelle Vorüberlegungen zur Stärkung verschiedener Einzelaspekte der gesamtstästischen Entwicklung. Im ISEK wurden die strategischen Maßnahmen bereits einem kurz, mittel- oder langfristigen Zielhorizont zugeordnet. Die konkrete Erarbeitung der strategisch angelegten Studien sollte nach einer abgestimmten Prioritätenliste erfolgen. Eine regelmäßige Überprüfung der im ISEK getroffenen Aussagen stellt ebenfalls  eine  strategische  Maßnahme  dar,  die  empfohlen wird.  Sich  ändernde  Rahmenbedingungen  können  Schwerpunktverschiebungen  in  der  Zielformulierung  nach  sich  ziehen  und  müssen  im Rahmen  einer  regelmäßigen  Fortschreibung des ISEK berücksichtigt werden.
  • Investive Maßnahmen: Die Stadt Kempten beabsichtigt in den nächsten Jahren zahlreiche Projekte im Rahmen der Stadterneuerung umzusetzen. Einige davon befinden sich bereits in der Planungsphase. Das städtebauliche Rahmenkonzept formuliert in Form der Fokusgebiete Handlungsräume, in denen sich die überwiegende Zahl der konkreten Projektansätze befinden. Eine rasche  Umsetzung der laufenden und geplanten Projekte sollte sichtbares Ergebnis aller Bemühungen im Rahmen der Stadterneuerung sein und genießt aus diesem Grund oberste Priorität. Im ISEK wurden die konkreten Projektansätze beschrieben und einer kurz-, mittel- oder langfristigen Umsetzungsperspektive zugeordnet. Umfang und Reihenfolge der Projekte im Umsetzungsprozess müssen abhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Stadt Kempten festgelegt werden.