Ingenieurpreis 2013

"Deutscher Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2013" für die Neugestaltung des Hildegardplatzes mit Bürgerbeteiligung

Für das Projekt "Neugestaltung des historischen Hildegardplatzes und innovative Bürgermitwirkung" hat die Stadt Kempten (Allgäu) den "Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2013" der Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (BSVI) am 6. September 2013 in Berlin erhalten. Kempten ist die einzige bayerische Stadt unter den Preisträgern. Der Preis ist unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer MdB, vom BSVI erstmals in den Kategorien "Baukultur", "Innovation" und "Verkehr und Dialog" ausgelobt worden. Insgesamt haben sich 60 Projekte beworben. Die Stadt Kempten hatte das Projekt Neugestaltung des Hildegardplatzes gemeinsam mit der Planungsgemeinschaft LARS/Girsberger/Zwerch in der Kategorie "Verkehr im Dialog" eingereicht.

Ein wichtiges Element im Prozess der Neugestaltung des Hildegardplatzes in Kempten: Der "Markt der Meinungen" im Herbst 2011, bei dem die Stadt - u. a. auch Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer (rechts) und Baureferentin Monika Beltinger (links) - erneut den Bürgerdialog gesucht hat. Dies hat die BSVI-Jury besonders gewürdigt.

Die Jury - Experten aus Verwaltung, Ingenieurbüros, Verbänden und Institutionen - lobte die Bürgermitwirkung am Hildegardplatz bei der Preisverleihung bei der 50-Jahrfeier des BSVI in Berlin: "Hier wurde ein herausragender, integrierter Beteiligungs- und Bürgerprozess durchgeführt, der letztendlich auch zu einer hochwertigen Gestaltung des Hildegardplatzes geführt hat", so der Laudator des Projektes, Professor Dr.-Ing. Hartmut Topp. "Dieses Ergebnis wäre ohne den umfangreichen Dialog wohl nicht zustande gekommen."

"Bürgerdialog ist heute eine selbstverständliche Ingenieuraufgabe", sagte Markus Wiedemann, der Leiter des Kemptener Amtes für Tiefbau und Verkehr bei der Preisverleihung. Auch Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer freut sich über die Auszeichnung: "Die Bürgerinnen und Bürger in einen Planungsprozess einzubinden, ist eine Hauptaufgabe unserer Stadtpolitik. Uns ist es auch gelungen, den positiven Schwung aus dem Planungsprozess in die Bauphase mitzunehmen. Durch das Bürgerbüro vor Ort können wir dabei viele Anliegen schnell und bürgerfreundlich abwickeln. Der Preis zeigt uns, dass wir in Sachen Bürgerbeteiligung auf dem richtigen Weg sind."

Bei der Preisverleihung in Berlin
Foto oben von links: Prof. Dr.-Ing. Hartmut Topp, Prof. Dr.-Ing. Josef Kunz, der Leiter des Kemptener Amtes für Tiefbau und Verkehr Markus Wiedemann, Prof. Dr.-Ing. Lothar Zettler und BSVI-Präsidentin Christiane Ehrhardt (Foto: berlin-event-foto)
Foto unten von links: Prof. Dr.-Ing. Lothar Zettler von LARS Consult, Uwe Hoyer (Künstler der Preisskulptur), Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann und Wolfgang Dorn (Geschäftsführer der Baufirma Josef Hebel).

Wortlaut der Begründung der Jury:
"Der Hildegardplatz in Kempten ist ein Ort von besonderer historischer, kultureller und sozialer Bedeutung für die Stadt und darüber hinaus. Dieser Bedeutung entsprechend haben die planenden Ingenieure des Amtes für Tiefbau und Verkehr parallel zu ihren Planungs- und Entwurfsarbeiten einen herausragenden, integrierten Beteiligungs- und Dialogprozess durchgeführt. Die Jury würdigt die Langfristigkeit sowie den integrativen Ansatz mit dem folgerichtigen stufenweisen Ablauf von offener Planungswerkstatt, Dialog, Ergebnispräsentation, Ratsbegehren, Bürgerbüro, Baustellenmanagement und Gruppendiskussion.

Das Verfahren hat 'Macher', 'Denker', und 'Visionäre' zusammengebracht: breite Bürgerschaft, Verwaltung, Interessenverbände, Genehmigungsbehörden mit sehr unterschiedlichen Ansätzen, die zum Beispiel bei dem Thema Tiefgarage erst über ein Ratsbegehren zusammengeführt werden konnten. Bemerkenswert ist die eindeutige Ablehnung der Tiefgarage.

Im Ergebnis des Planungs-, Entwurfs- und Dialogprozesses steht eine hochwertige Gestaltung des Hildegardplatzes. Der Hildegardplatz erhält eine der besonderen Situation entsprechend hochwertige städtebauliche Qualität. Es ist hervorragend gelungen, die Verbindung zwischen bürgerlicher und sakraler Architektur und den verschiedenen Nutzungen wie Wochenmarkt oder Begegnungs- und Aufenthaltsraum für Bürger und Gäste der Stadt zu schaffen.
Dieses Ergebnis wäre ohne den Dialog nicht zustande gekommen. Wir gratulieren den Projektbeteiligten."

Die Jury bestand aus Dipl.-Ing. Christiane Erhardt (Leitung des Amts für Verkehrswesen der Stadt Heilbronn und Präsidentin der BSVI), Dipl.-Ing. Wennemar Gerbens (Vorsitzender der FGSV), Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Josef Kunz (Ministerialdirektor und Leitung der Abteilung Straßenbau im BMVBS), Dipl.-Ing. Reiner Nagel (Vorsitzender der Bundesstiftung Baukultur), Prof. Dr.-Ing. Hartmut Topp und Dipl.-Ing. Rainer Ueckert (Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer).

Über den BSVI:
Die Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (BSVI) e.V., vertritt in 14 Landesvereinigungen rund 19.000 Mitglieder aus Ingenieurbüros, Bauindustrie und Baugewerbe, Forschung und Lehre, staatlichen und kommunalen Bauverwaltungen und Verkehrsbetrieben. Sie pflegt und fördert die technisch-wissenschaftliche und praxisorientierte Ausbildung und Weiterbildung durch die Vereinigungen der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (VSVI) in allen Bundesländern. Mit dem Preis hat es sich der BSVI zum Ziel gesetzt, besonders herausragende, zukunftsfähige und richtungsweisende Ingenieurleistungen auszuzeichnen.
Mehr unter www.bsvi.de

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