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Erweiterte Doppelstadt

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK Kempten) liegt der Stadt Kempten seit Ende 2014 ein informelles Planungsinstrument vor, das eine konzeptionelle Gesamtperspektive der Stadtentwicklung für die nächsten 10 bis 15 Jahre formuliert. Neben den Leitlinien und Zielen der Stadtentwicklung und dem städtebaulichen Rahmenkonzept werden dort die wesentlichen städtebaulichen Projekte und Maßnahmen beschrieben.

Im städtebaulichen Rahmenkonzept werden für die innere Stadt mehrere Fokusgebiete beschrieben und abgegrenzt. Das Fokusgebiet I, die Erweiterte Doppelstadt, entspricht dem Bereich der hier vorgenommenen Vorbereitenden Untersuchungen und umfasst die wesentlichen Teile der Reichs- und Stiftsstadt mit Ausnahme des Gebietes der nördlichen Innenstadt, das bereits im Jahr 2012 als Sanierungsgebiet festgelegt wurde.
Am 12.11.2015 wurde die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes „Erweiterte Doppelstadt“ durch den Stadtrat beschlossen.
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Vorbereitende Untersuchungen (VU)
Für die Umsetzung künftiger Maßnahmen in der Erweiterten Doppelstadt sind Zuwendungen der Städtebauförderung unerlässlich. Voraussetzung für die Aufnahme in ein Förderprogramm ist die Durchführung von vorbereitenden Untersuchungen nach § 141 BauGB , das heißt

  • die Durchführung einer städtebaulichen Bestandsaufnahme,
  • die Feststellung der hier vorliegenden städtebaulichen Mängel und
  • die Erarbeitung eines Planungskonzeptes mit einer darauf aufbauenden Ablauf- und Kostenplanung sowie eine Finanzierungsübersicht.

Im Untersuchungsgebiet Erweiterte Doppelstadt gilt es, das besondere Augenmerk auf den Erhalt der städtebaulich bedeutsamen historischen Innenstadt zu richten. Als lebendige Mitte muss die Innenstadt vielfältige Funktionen mit den jeweiligen räumlichen Ausprägungen übernehmen, die im Einklang mit der historischen Substanz zu bringen sind. Dem Denkmalschutz kommt hierbei eine entscheidende Bedeutung zu. Als allgemeine Zielstellung für das Fokusgebiet wurde daher im ISEK Kempten die Wahrung der städtebaulichen Struktur und die weitere Inwertsetzung der zentralen Stadträume und Erhalt der noch vorhandenen wertvollen Bausubstanz festgelegt.

In Abstimmung mit der Regierung von Schwaben hat sich die Stadt hinsichtlich des Fokusgebietes 1 deshalb für die Aufnahme in das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ ab 2014 beworben, das für die künftige Sanierungstätigkeit in Kempten als das geeignete Programm erscheint.

Der Beschluss zur Einleitung der Vorbereitenden Untersuchung erfolgte durch den Stadtrat am 23.01.2014 
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Mit Beschlussfassung durch den Stadtrat sind Auskunftspflichten und Mitwirkungsrechte von Eigentümern, Mietern, Pächtern und sonstigen Nutzungsberechtigten im Untersuchungsgebiet verbunden.

Die Vorbereitenden Untersuchungen wurden im Laufe des Jahres 2014 und 2015 durchgeführt und im Oktober 2015 fertiggestellt.


Problem und Aufgabenstellung in der Erweiterten Doppelstadt

Die Altstadt Kemptens besteht aus der Reichs- und Stiftsstadt mit ihren bedeutenden Gebäuden wie der Sankt-Mang-Kirche, dem Kornhaus oder der Residenz. Diese und weitere unter Denkmalschutz stehende und baukulturell besonders wertvolle Gebäude prägen das Untersuchungsgebiet der erweiterten Doppelstadt. Ergänzend zu der historischen Kernstadt werden das Quartier um den Stadtpark, das südlich an die Burghalde angrenzende Wohnquartier um den Holzplatz, wertvolle Zeugnisse der Industriekultur wie die unmittelbar an der Iller liegenden ehemaligen Produktionshallen (Spinnerei und Weberei) und die König-Ludwig-Brücke mit einbezogen.

Die besonderen Aufgabenstellungen im Bereich der Erweiterten Doppelstadt
sind:
• Erhaltung und Aufwertung der baukulturell wertvollen Substanz
• Barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes
• Integrierte quartiersbezogene und denkmalgerechte energetische Sanierung
• Überwindung von Problemen des fließenden und ruhenden Verkehrs

Geprüft wurde, ob innerhalb des Untersuchungsgebietes eine Sanierungsnotwendigkeit im öffentlichen Raum und im Bereich privater Immobilen festzustellen ist. Hierzu wurden eine umfassende Analyse des öffentlichen Raumes sowie eine äußere Einschätzung zum Sanierungsstand der Immobilien vorgenommen, die durch eine Eigentümerbefragung qualifiziert werden konnte. Neben Informationen zu den einzelnen Gebäuden konnten so auch wertvolle Einschätzungen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf den Umgang mit dem öffentlichen Raum erzielt und zusammengetragen werden.


Untersuchungsgebiet
Das ca. 87 ha große Untersuchungsgebiet Erweiterte Doppelstadt stellt die historische Mitte der Stadt Kempten dar. Es beinhaltet sowohl die mittelalterliche Reichsstadt als auch die barocke Stiftsstadt
Gegenwärtig befinden sich im Untersuchungsgebiet 2 förmlich festgelegte Sanierungsgebiete:
• Ehemalige Stiftsstadt-West (Satzungsbeschluss 1993)
• Unter der Burghalde (Satzungsbeschluss 1979)

Die Stadt Kempten verfolgt das Ziel, eine umfassende Neuordnung der Sanierungsgebiete im Bereich der Innenstadt durchzuführen. Die beiden bestehenden Sanierungsgebiete „Ehemalige Stiftsstadt-West“ und „Unter der Burghalde“ sollen aufgehoben werden und in ein neues Sanierungsgebiet „Erweiterte Doppelstadt“ überführt werden. Das bestehende Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“ soll künftig von dem Sanierungsgebiet „Erweiterte Doppelstadt“ umschlossen werden. Strategisches Ziel dieser Neukonzeption der Sanierungsgebiete ist die größere Flexibilität im Rahmen der Maßnahmenumsetzung.


Städtebauliche Leitlinien und Sanierungsziele
Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Kempten aus dem Jahr 2014 wurden städtebauliche Leitlinien als allgemeine städtebauliche Entwicklungsziele der Stadt Kempten formuliert.

Leitlinien
- Innenentwicklung fördern
- Wohnungsangebot erweitern
- Stadt energetisch sanieren
- Stadtbild pflegen
- Stadtbild pflegen
- Iller erleben
- Grünräume vernetzen
- Konversion gestalten
- Mobilität optimieren
- Daseinsvorsorge sichern

Sanierungsziele
- Erhaltung der baukulturell wertvollen Bausubstanz
- Erhaltung und Aufwertung der historischen Stadträume
- Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und in den Gebäuden
- Integrierte quartiersbezogene und denkmalgerechte energetische Sanierung
- Grün- und Freiflächen attraktivieren und vernetzen
- Wohnungsangebot an Bedarfe anpassen
- Grundlegende Neuordnung des fließenden und ruhenden Verkehrs
- Kulturviertel entwickeln

Maßnahmen
Den städtebaulichen Leitlinien und Sanierungszielen folgend wurden mithilfe der SWOT-Analyse und den Defizit-/Potenzialkarten innerhalb des Untersuchungsgebietes 24 Maßnahmen entwickelt und beschrieben. Die Maßnahmen sind gleichmäßig über das Untersuchungsgebiet verteilt und betreffen überwiegend den öffentlichen Raum. 
Der gesamte Abschlussbericht „Vorbereitende Untersuchungen Erweiterte Doppelstadt“ mit den zusammengestellten Maßnahmen kann unter der folgenden Adresse bestellt werden:

Stadt Kempten (Allgäu)
Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung
Kronenstraße 8
87435 Kempten (Allgäu)
Tel. 0831 2525-399 oder -281
Fax 0831 2525-500
E-Mail: wifoeE-Mail at Zeichenkempten.de

 

 

 

 

Weitere Informationen zum Thema:

Die Vorbereitenden Untersuchungen für ein mögliches Sanierungsgebiet „erweiterte Doppelstadt“ in Kempten werden von vielfältigen Beteiligungsformaten begleitet. Auf diese Weise erhalten die Beteiligten (Eigentümer, Mieter/Pächter der Immobilien im Untersuchungsraum, Kemptener Bürger) die Gelegenheit, Stellung zu den von der Stadt Kempten geplanten Sanierungsmaßnahmen zu beziehen.

 


Untersuchungsgebiet VU Erweiterte Doppelstadt