Zeittafel

Die Geschichte des Militärstandortes Kempten im Überblick

1802:
Kempten erstmals Militärstandort bayerischer Feldjäger im Zusammenhang mit der Besetzung der Stadt und ihrem Übergang an Bayern

1807:
Kempten wird Garnisonsstadt mit Truppenunterbringung im ehemaligen Marstall und besonders in der so genannten "Schlosskaserne" (bis Ende des Zweiten Weltkriegs), dem Nordtrakt der ehemals fürstäbtlichen Residenz.

1866-1897:
I. Königlich-Bayerisches Jägerbataillon (im Volksmund "Einser-Jäger"), nach ihm benannt die Jägerstraße in Kempten

1897-1919:
III. Bataillon des Königlich-Bayerischen 20. Infanterie-Regiments (im Volksmund "Zwanziger"), nach ihm benannt die Zwanzigerstraße in Kempten

1919-1920:
III. Bataillon Schützenregiment 42 (gebildet aus Verbänden des Freikorps Schwaben)

1921-1934:
III. Gebirgsjäger-Bataillon (19. Bayerisches Infanterie-Regiment), Grundlage aller späteren Gebirgsdivisionen, weshalb Kempten auch als "Wiege der Gebirgstruppe" gilt

1936:
Bau der Prinz-Franz-Kaserne an der Rottachstraße

1937:
Bau der Artillerie-Kaserne an der Kaufbeurer Straße am Berliner Platz, 1945 in den letzten Kriegstagen weitgehend zerstört, aber wieder aufgebaut.

1956:
Gründung der Kreiskameradschaft Kempten des Kameradenkreises der Gebirgstruppe im Jahr der Gründung der Bundeswehr

1957:
15 Rekruten des Luftlande-Jägerbataillons 19 ertrinken am 3. Juni bei dem Versuch der Illerdurchquerung bei Hirschdorf.

1956-1969:
Kempten wird Sitz der Standortverwaltung, des Bundeswehr-Krankenhauses, der Bundeswehr-Fachschule, des Verteidigungskreiskommandos 612 Allgäu und des Kreiswehrersatzamtes.

1962:
Gebirgssanitätsbataillon 8 wird in Kempten stationiert.

1970:
Gebirgsartilleriebataillon 81 zieht in die Artillerie-Kaserne ein.

1971:
Das "Haus Hochland" wird als "Soldatenheim" errichtet und etabliert sich schnell als Begegnungsstätte und beliebter Veranstaltungsort.

1992:
Gebirgsartilleriebataillon 81 wird nach Sonthofen verlegt; 1993 erfolgt die Auflösung.

1993:
Umzug Gebirgssanitätsbataillon 8 in die Artillerie-Kaserne

1994/95:
Die zwischen 1956 und 1969 in Kempten angesiedelten Einrichtungen gehen nach der Wiedervereinigung im Zuge der Truppenreduzierungen bei der Bundeswehr verloren. Lediglich das Bundeswehr-Krankenhaus bzw. Sanitätszentrum 608 wird ab 2007 als Sanitäts- und Facharztzentrum weitergeführt.

1996:
Umbenennung Gebirgssanitätsbataillon 8 in Gebirgssanitätsregiment 8

2003:
Umbenennung Gebirgssanitätsregiment 8 in Gebirgssanitätsregiment 42 Allgäu

2011:
Von den im Stationierungskonzept 2011 beschlossenen Reduzierungen ist Bayern besonders betroffen: Aus Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren und Penzing zieht die Bundeswehr ganz ab. Auch der Standort Kempten wird faktisch aufgelöst, es bleiben nur noch sechs Dienstposten übrig. Andere Standorte werden nach dem neuen Standortkonzept massiv zusammengestrichen. Dies trifft besonders Donauwörth, Erding und Roth. In Kempten, Bamberg, Deggendorf, Regensburg, Traunstein und Würzburg wird derart gravierend Personal reduziert, dass die Bezeichnung Standort gleich ganz wegfällt.

2012:
Der Stadtrat der Stadt Kempten (Allgäu) hat im Januar den Beschluss zur Durchführung vorbereitender Untersuchungen im Vorfeld der geplanten städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen in den beiden Bereichen "Berliner Platz"  und "Lazarett"  beschlossen.
Mit der Projektsteuerung und der Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen wurde das Büro DRAGOMIR Stadtplanung aus München beauftragt.

2013:
Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen - Bestandsaufnahme abgeschlossen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung hat am 09.11.2013 am Residenzplatz eine Bürgerinformationsveranstaltung unter dem Motto "Zukunft der Bundeswehrflächen in Kempten. Ihre Meinung ist gefragt!" stattgefunden.
Zur Begleitung des Konversionsprozesses wurde ein Steuerkreis "Konversion" eingerichtet (Mitglieder: Politik, Verwaltung, BImA, Regierung von Schwaben, Gutachter).

2014:
Weiterführung der Vorbereitenden Untersuchungen. Auf Grundlage einer umfassenden Bestandsaufnahme und -analyse und einer Stärken-/Schwächenanalyse wurden städtebauliche Ziele für die Untersuchungsgebiete abgeleitet. Auf Basis dieser Ziele wurden unter Berücksichtigung verschiedener Fachgutachten zu den Themen Schallschutz, Verkehr, Artenschutz und Energie alternative Nachnutzungskonzepte entwickelt. Aus den verschiedenen Alternativen wurde je Standort ein Vorzugskonzept erarbeitet.
Ende März wurde die militärische Nutzung des Kreiswehrersatzamtes und der Standortverwaltung im Bereich des Berliner Platzes (Hinter´m Siechenbach) offiziell aufgegeben.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung fand im Juni eine Veranstaltung mit rd. 50 Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und sozialen und kulturellen Institutionen statt, um über die Zukunft der Militärflächen zu diskutieren.
Ende Juli wurde der aktuelle Planungsstand bei einer Bürgerinformationsveranstaltung im Kornhaus präsentiert und mit den Bürgern diskutiert.