Jahr 2016

Stadt erhält Lob vom Landesbund für Vogelschutz

19. April 2016. Der Landesbund für Vogelschutz  (LBV) hat in seinem Jahresheft 2016 die umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen der Stadt Kempten im Rahmen des Baus der Nordspange (Thomas-Dachser-Straße) mit einem Artikel gewürdigt.

Ausgleichsmaßnahmen
Ausgleichsmaßnahmen
Der Bau der Verbindungstrasse war vom LBV sowie von anderen Naturschutzverbänden zunächst abgelehnt worden.  Die großangelegten ökologischen und landschaftspflegerischen Maßnahmen auf 24 Hektar haben den LBV nun aber veranlasst, der Stadt Kempten zu bestätigen, damit ein „in unserer Region beispielloses Konzept umgesetzt“ zu haben.
„Wir haben während der Planungsphase den Eingriff in Natur und Landschaft nie verharmlost oder kleingeredet, sondern uns vielmehr zum Ziel gesetzt, diesen Eingriff bestmöglich auszugleichen. Dies ist uns offenbar gelungen“, so Markus Wiedemann, Leiter des städtischen Amtes für Tiefbau und Verkehr.
Planungen und Umsetzung der Maßnahmen sieht der LBV als „Aushängeschild für die Stadt Kempten bezüglich Eingriffsplanungen“. „Durch die gelungenen und großzügig gedachten Maßnahmen hat sogar eine ökologische Aufwertung stattgefunden. Man darf nicht immer nur kritisieren, sondern man muss auch einmal verdientes Lob  aussprechen können“, stellt der LBV fest.
Bei der Umsetzung des Projekts wurde der Ursulasrieder Bach auf einer Länge von 840 Meter nach ökologischen Gesichtspunkten durch den Auwald verlegt, so dass dort eine Vernässung stattfinden kann und Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten entstand und immer noch entsteht.
An der Iller ließ sich durch eine Aufweitung des Flussbettes eine Kiesinsel schaffen, die vielen Wasservögeln als Rast- und Brutstätte dient. Eisvogel, Wasseramsel und Gänsesäger sind dort laut LBV schon häufig zu beobachten.
Leiteinrichtungen entlang der Straße kommen den Amphibien zugute und die Pflanzung hochstämmiger Bäume am Straßenrand den Fledermäusen, die hierdurch am niedrigen Überqueren der Straße gehindert werden. Auch an eine seltene Schmetterlingsart, den „Wiesenknopfameisenbläuling“, wurde gedacht und sein Vorkommen auf einer nahen Wiese durch Entbuschung und Einsaat des Wiesenknopfes gesichert.

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